Kinder stärken, Familien unterstützen

Ob Schwierigkeiten in der Entwicklung, Herausforderungen im Familienalltag oder finanzielle Sorgen: In der Auerbacher Kindertageseinrichtung „Mischka“ gibt es mit dem Programm „Kinder stärken“ eine zusätzliche Anlaufstelle für Familien. Sozialpädagogin Melissa Schreiter (30) begleitet das Projekt seit 2017. Im Interview erklärt sie, wie die Unterstützung funktioniert, wann sich Eltern an sie wenden können und warum manchmal schon kleine Schritte viel bewirken.

 

Seit wann arbeiten Sie in der Kita „Mischka“ und wie sind Sie zu Ihrer heutigen Aufgabe gekommen?

Nach meinem dualen Studium der Sozialen Arbeit in Breitenbrunn begann ich im Oktober 2017 in der Kita „Mischka“ zu arbeiten. Das Programm „Kinder stärken“ gab es hier bereits seit 2016. Bis heute kann ich sagen: Diese Arbeit passt genau zu mir. Ich kann die pädagogische Arbeit mit den Kindern und die Beratung und Unterstützung von Familien perfekt miteinander verbinden.

 

Was steckt hinter dem Programm „Kinder stärken“?

Im Mittelpunkt steht das Kind und die Frage, wie wir es bestmöglich in seiner Entwicklung unterstützen können. Dafür braucht es drei wichtige Säulen: die Kita, die Eltern und externe Kooperationspartner. Dazu gehören beispielsweise Familienberatungsstellen, das Jugendamt oder Einrichtungen zur Entwicklungsdiagnostik. Meine Aufgabe ist es, diese Bereiche miteinander zu verbinden. Denn wenn alle zusammenarbeiten, können wir Kinder und Familien am besten unterstützen.

 

Mit welchen Anliegen können sich Eltern konkret an Sie wenden?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Eltern machen sich Sorgen um die Entwicklung oder das Verhalten ihres Kindes. Andere haben Fragen zur Erziehung, benötigen Unterstützung bei Gesprächen mit der Kita oder befinden sich selbst in einer schwierigen Lebenssituation.

 

Auch finanzielle Probleme spielen eine Rolle. Wenn beispielsweise das Geld für das Mittagessen oder den Kita-Beitrag nicht reicht, helfe ich dabei, entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten zu finden und Anträge auszufüllen. Mir ist wichtig, dass Kinder unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie am Kita-Alltag teilhaben können.

 

Sie unterstützen also nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern?

Unbedingt! Häufig hängen die Schwierigkeiten eines Kindes eng mit der Situation innerhalb der Familie zusammen. Manchmal müssen wir deshalb zunächst schauen, welche Unterstützung die Eltern benötigen. In den vergangenen Jahren sind die Herausforderungen für Familien aus meiner Sicht komplexer geworden.

Elterngespräche sind für mich deshalb besonders wertvoll. Viele Eltern kommen zunächst mit Unsicherheiten oder Sorgen. Wenn wir gemeinsam erste Lösungsansätze finden und sie anschließend mit einem guten Gefühl nach Hause gehen, ist schon viel erreicht.

 

Wie sieht die Unterstützung der Kinder im Kita-Alltag aus?

Ich bin regelmäßig in den Gruppen unterwegs, beobachte die Entwicklung der Kinder und tausche mich eng mit den Erzieherinnen und Erziehern aus. Manchmal hilft schon ein zusätzlicher Blick von außen, um eine schwierige Situation besser zu verstehen und neue Lösungswege zu finden.

Wenn ein Kind weitergehende Unterstützung benötigt, begleite ich auch die nächsten Schritte. Das können beispielsweise Gespräche mit Fachstellen, die Vermittlung von Diagnostikterminen oder die Vorbereitung von Anträgen auf zusätzliche Förderung sein. Dabei arbeiten wir eng mit den Eltern zusammen.

 

Welche Angebote gehören darüber hinaus zum Programm?

Vor den aktuellen Umbaumaßnahmen unserer Kita konnte ich beispielsweise einen Eltern-Kind-Kreis für Familien anbieten, deren Kinder noch vor der Eingewöhnung standen. So konnten die Kleinen schon erste Erfahrungen in der Kita sammeln und die Eltern die Einrichtung kennenlernen.

Dazu kamen Bilderbuchkino, thematische Elternabende und Projektwochen für unsere Vorschulkinder. Dabei ging es unter anderem um Gefühle, den eigenen Körper und den sicheren Umgang mit fremden Menschen. 

 

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit besonders viel Freude?

Ich mag die Nähe zu den Kindern und den Austausch mit den Familien und meinen Kolleginnen und Kollegen. Besonders schön ist es, wenn ich sehe, dass ein Kind Fortschritte macht oder wir gemeinsam mit den Eltern eine schwierige Situation verbessern konnten. Oft sind es kleine Schritte, die für eine Familie eine große Bedeutung haben.

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Kinder stärken (DI, 03. November 2026)

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Veröffentlichung

Auerbach
Di, 03. November 2026

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