Neue Glocke für St. Laurentiuskirche gegossen
Ab April verstummt zunächst das Kirchengeläut vom Altmarkt
(Auerbach/Lauchhammer) Auerbachs St. Laurentiuskirche bekommt eine neue Glocke. Am 26. Februar erfolgte dazu in der Kunstgießerei Lauchhammer der Guss. Den handwerklichen - aber auch sehr feierlichen - Akt beobachten rund 50 Mitglieder der Laurentius-Kirchgemeinde, die gemeinsam mit Superintendent Rudolf Hesse dazu nach Lauchhammer gefahren waren.
„Wir freuen uns auf die neue Glocke, die endlich das Geläut der St. Lauentiuskirche wieder vervollständigen wird“, betonte Superintendent Rudolf Hesse. Schließlich verzichtet die Kirche seit längerer Zeit auf die dritte Glocke. Im Jahr 2007 wurde die alte Eisenglocke vom Turm geholt, sie war auf Grund mangelnder Materialqualität nicht mehr nutzbar. Aus dem Dreiergeläut wurde damals nur noch ein Geläut mit zwei Glocken.
Verblieben sind auf dem Kirchturm gegenwärtig noch eine E-Ton-Glocke aus dem Jahr 1952 mit einem Gewicht von 812 Kilogramm und eine G-Ton-Glocke (Baujahr 1920) mit einem Gewicht von 648 Kilogramm. „Die neue Glocke wird die größte. Sie wiegt immerhin stolze 2.200 Kilo, besitzt einen Durchmesser von 1,54 Meter und wird im C-Ton ertönen“, erklärte Superintendent Rudolf Hesse. Als Glockenaufschrift wählte die Kirchgemeinde die Jahreslosung von 2008, „Jesus Christus spricht ich lebe und ihr sollt auch leben“.
Bevor die große Glocke über den Auerbacher Dächern ertönen wird, geht noch einige Zeit ins Land. Zunächst müssen die beiden aktiven Glocken vom Turm geholt und nach Berlin geschafft werden. Dort kommt die neue Glocke hinzu. Gemeinsam werden sie in einer Fachfirma akustisch aufeinander abgestimmt. „Dies soll nach unserem Konfirmationsgottesdienst im April geschehen. Ab da wird es kein Geläut von der St.Laurentiuskirche geben. Wir hoffen, dass das Verstummen des Geläuts aber nicht lange andauern wird“, erklärt Hesse.
Fotos: HH
Viel aufwändiger wird aber die bauliche Veränderung am Kirchturm. Der ist sehr schwingungsempfindlich und muss statisch auf das neue Läutwerk vorbereitet werden. Kirchgemeinde und Stadtverwaltung prüfen gegenwärtig alle Möglichkeiten der finanziellen Förderung des Projektes, welches mit rund 260.000 Euro veranschlagt ist. Zusätzlich schlagen die Kosten für die Glocke und den erforderlichen Neubau des Glockenstuhl noch einmal mit rund 90.000 Euro zu Buche.
Der Guss der neuen Glocke erfolgte bei einer Temperatur von exakt 1.140 Grad Celsius. Die Bronze besteht aus einer Mischung von 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn. Nach einer rund einwöchigen Abkühlungsphase erfolgt die Kontrolle durch einen Glockenguss-Fachmann. „Wir hoffen, dass der Guss gelungen ist und die Glocke exakt den gewünschten Ton treffen wird. Ansonsten muss sie wieder eingeschmolzen und eine neue gegossen werden“, erklärte Günter Bierfreund, der verantwortliche Schmelzer in der Kunstgießerei Lauchhammer.
„Wir haben heute unter den Augen zahlreicher Gemeindemitglieder den Guss unserer großen Kirchenglocke bewundert. Damit ist der Anfang für ein neues, endlich wieder vollständiges Lauentius-Glockengeläut gemacht“, freute sich Sup. Hesse. Auch wenn noch gewaltige Anstrengungen zur finanziellen Absicherung erforderlich sind, Hesse bleibt optimistisch: „Nun wird es nicht mehr lange dauern, dass sich die Auerbacher über drei wohlklingende Glocken hoch oben auf dem Kirchturm freuen können“. (HH)